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Straßenfest statt Straßenschlacht

Veranstaltungen sollen für friedlichen 1. Mai sorgen

Andreas Kopietz

Mit einem Straßenfest sollen am 1. Mai die in Kreuzberg obligatorischen Krawalle verhindert werden. Wie im vergangenen Jahr will das Netzwerk "Myfest", in dem sich Vereine, Behörden, Geschäftsleute und Einzelpersonen zusammengeschlossen haben, Veranstaltungen im Kiez SO 36 organisieren. "Schon 2004 gelang es so, die Gewalt einzudämmen", sagte die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Cornelia Reinauer (PDS), am Freitag. An 18 Orten im Kiez sollen Veranstaltungen stattfinden. Sie stehen unter dem Motto "Farbe bekennen für Bildung, Arbeit und Integration". Geplant sind unter anderem Diskussionsveranstaltungen, Konzerte und Auftritte türkischer Folkloregruppen.

Erstmals werden auch Ordner eingesetzt. Die vor allem türkischen und arabischen Jugendlichen werden von März bis Juni durch das Quartiersmanagement qualifiziert. Unterstützt wird das Projekt "Protection 05" unter anderem durch die Polizei und eine Sicherheitsfirma. "Die Jugendlichen werden aber nicht deren Rolle übernehmen", sagte Martin Kesting, der für das Projekt mitverantwortlich ist. Aufgabe der Ordner wird es sein, auf die Bühnen aufzupassen.

Die Polizei kündigte an, das "Konzept der ausgestreckten Hand" fortzusetzen. Randalierer sollen festgenommen werden, ohne dass gleich das ganze Fest beendet wird. "Ich habe die Vision, dass dieses Myfest irgendwann sein wird wie jedes Straßenfest, nur politischer", sagte der amtierende Leiter der für Kreuzberg und Neukölln zuständigen Direktion 5, Bernhard Kufka. Er wird der Polizei-Einsatzleiter in Kreuzberg sein.

Noch stärker als im vergangenen Jahr will die Polizei vor dem 1. Mai in die Schulen gehen Denn an den Krawallen sind viele Jugendliche beteiligt. 2004 hatten die Beamten etwa 4 300 Schülerinnen und Schüler in Neukölln und Kreuzberg über die strafrechtlichen Konsequenzen des Steinewerfens aufgeklärt. In diesem Jahr sollen 6 000 Schüler angesprochen werden. Ein entsprechendes Präventionsprogramm wurde am Freitag zwischen der Senatsinnen- und der Senatsschulverwaltung abgestimmt.