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HINWEISE

Der Anti-Held beim letzten Gefecht

Sabine Vogel

Es soll sein allerletzter Roman sein, verkündet V.S. Naipaul und schwingt sich mit "Magische Saat" noch einmal ganz in die Fiktionale. Die Geschichte handelt von Willi Chandran, dem Anti-Helden aus Naipauls vorletztem Roman "Ein halbes Leben". Es beginnt in Berlin, "einer anderen Welt", wie es gleich zu Anfang programmatisch heißt. Und noch am Fuß der ersten Seite ist die Rede davon, "daß der Mensch sich seine Welt selber schaffen muss". Schnell ist klar, dass wir es mit einem ideologiegesättigten postkolonialen Pamphlet über globale Migration und politische Aktion zu tun haben. Es gibt die Welt, in der man in Frieden Produkte mit Gütesiegel konsumiert, und die andere, in der andere im Gespinst aus Tradition und Armut zappeln. Holzschnitthaft wie in einem Lehrstück des BE nehmen die Leitmotive Aufstellung: die Denkweise der Unterdrückerklasse, die Kolonialpsychose, ein Guerillakrieg in Afrika, der Hass der Religiösen, der tamilische Rosenverkäufer im Café in der Knesebeckstraße. Nach solch drehbuchartigem Einstieg kann die Action beginnen. Wird Willie Chandran bei seiner Heimkehr aus dem Exil die andere Hälfte seines vergeigten Lebens finden?

V.S. Naipaul: Magische Saat. Aus dem Englischen von Sabine Roth. Claassen bei Ullstein, Berlin 2005. 320 S., 22 Euro.

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