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Werben um Madonna und Chris de Burgh

Veranstalter: Anschutz-Halle bringt starke Konkurrenz

Jan Thomsen

Die jetzt bekannt gewordene Landesförderung von fast 12 Millionen Euro für das Großhallenprojekt des US-Investors Phil Anschutz sorgt in der Branche für Diskussionen. Falk Walter, Betreiber unter anderem der privaten "Arena Berlin" am Osthafen, sagte der Berliner Zeitung, inzwischen sei eine "bizarre Situation" entstanden. Die Anschutz Entertainment Group (AEG) habe es erst geschafft, die deutsche Versammlungsstättenverordnung zu umgehen, jetzt komme das Land dem Privatprojekt mit weiteren Millionenbeträgen entgegen. "Ich frage mich ganz neidlos, wie die das schaffen", sagte Walter. Sein eigenes Projekt, die Arena mit bis zu 9 000 Stehplätzen bei Konzerten und inzwischen einer Million Besuchern im Jahr, sei ohne Landeszuschüsse ausgekommen.

Walter, der in Berlin auch das Metropol-Theater wieder bespielen will, sieht mit dem Anschutz-Bau schwere Zeiten auf die landeseigenen Sporthallen Velodrom und Max-Schmeling-Halle zukommen. "Wenn Anschutz kommt, können die Kleineren dichtmachen", sagte Walter. Berlin sorge so für künftige Subventionsgräber. Seine eigene Halle sieht Walter nicht gefährdet. "Unser Profil ist ganz anders."

Tatsächlich zahlt der Senat schon jetzt jährlich mehr als acht Millionen Euro für die drei Landes-Hallen Velodrom, Max-Schmeling- und Deutschlandhalle. So erhält etwa der Betreiber Velomax, der inzwischen zum GegenbauerBosse-Konzern gehört, in diesem Jahr einen so genannten Aufwendungsersatz in Höhe von knapp 3,8 Millionen Euro. Und zwar dafür, dass auch Schulen, Sportvereine und Verbände im Velodrom und in der Max-Schmeling-Halle, beide mit maximal 12 000 Sitzplätzen, trainieren können. Hinzu kommt ein Betriebskostenzuschuss von fast 3,2 Millionen Euro. Nach Angaben von Velomax ist damit gut ein Drittel der Kosten gedeckt, der Rest muss aus Veranstaltungserlösen kommen.

Für die Deutschlandhalle, die seit Jahren nur für den Eissport genutzt werden durfte, erhält die landeseigene Messe GmbH ebenfalls einen Zuschuss von 1,06 Millionen Euro aus dem Etat der Senatsverwaltung für Sport. Der Traditionsbau mit rund 8 500 Sitzplätzen war bis Sommer 2001 dreieinhalb Jahre geschlossen worden, um den Velomax-Hallen keine Konkurrenz zu machen. Laut dem neuen Grundlagenvertrag zwischen Messe und Senat sollen nun neue Vermarktungsmöglichkeiten gesucht werden, um höhere Zuschüsse zu vermeiden. Jürgen Bernhard, Projektleiter für die Deutschlandhalle, sieht nach dem Auslaufen des Messe-Vertrags im Jahr 2008 auch wieder Chancen, den alten Mehrzweckbau rentabel zu betreiben. "Die Halle hat im Gegensatz zu anderen einen internationalen Ruf", sagt er.

Auch die Velomax-Verträge mit dem Senat laufen im Jahr 2007 aus. Allerdings kann das Unternehmen noch einmal verlängern. Wenn die Anschutz-Arena wie geplant im Herbst 2007 öffnet, konkurrieren daher bald schon vier Hallen um ähnliche Veranstaltungen. Velomax-Geschäftsführer Sally Rothholz glaubt, dies schade sowohl dem Land als auch der Anschutz-Halle. Velomax und Anschutz würden dann um Madonna oder Chris de Burgh ringen. "Und der Trend geht ja teils schon wieder in kleinere Hallen", sagt Rothholz.

Der rot-rote Senat sieht mit der Anschutz-Halle und ihren 16 000 Sitzplätzen dagegen eine "ganz andere Liga" anrücken, wie Senatssprecher Michael Donnermeyer sagt. "Berlin fehlt eine solche Arena." Anschutz, selbst Veranstalter und Besitzer etwa des Eishockey-Teams der Eisbären, bringe seine Kunden schließlich schon mit.

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"Berlin sorgt für künftige Subventions- gräber."

Falk Walter, Betreiber der privaten Arena Berlin