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Verhandlungen für Anschutz-Halle abgeschlossen

Städtebaulicher Vertrag unterzeichnet / Strieder zufrieden

Christine Richter

Für Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) gibt es keinen Zweifel: Die Anschutz-Halle kommt. Strieder unterzeichnete am Freitag gemeinsam mit dem Investor, der Anschutz Entertainment Group (AEG), den städtebaulichen Vertrag für das Gelände am Ostbahnhof. "Damit ist die Sache klar", sagte die Sprecherin der Stadtentwicklungsverwaltung, Petra Reetz, am Wochenende.

Der Vertrag regelt finanzielle Fragen und beschreibt, wie das Areal gestaltet werden soll. So finanziert die Anschutz Entertainment Group den Straßenbau, mit dem das rund 21 Hektar große Gelände erschlossen werden soll. Außerdem beteiligt sich der Investor an dem geplanten Kinderspielplatz. In dem Vertrag ist vorgeschrieben, dass für Einzelhandel nur eine Fläche von 24 500 Quadratmetern genutzt werden darf. Weil das Areal mit der Mehrzweckhalle, Einkaufsläden, Wohn- und Bürohäusern in den nächsten 15 Jahren dicht bebaut wird, ist in dem städtebaulichen Vertrag auch festgelegt, dass das Spreeufer unterhalb des Areals zugänglich bleibt. Die AEG verpflichtet sich, alle Ufergrundstücke zu kaufen und dort einen Park anzulegen.

Mit dem städtebaulichen Vertrag ist darüber hinaus die Anbindung an den S-Bahnhof und an den U-Bahnhof Warschauer Straße geklärt. Die Anschutz Group wird die geplante Fußgängerbrücke zwischen den beiden Bahnhöfen mitfinanzieren. Von der Brücke führt eine Treppe direkt zur Anschutz Halle.

Der Vertrag muss nun noch vom Senat beschlossen werden. Das letzte Wort hat dann das Abgeordnetenhaus. Aber auch dort gilt die Zustimmung als sicher, denn alle Parteien unterstützen den Bau der Mehrzweckhalle.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Zweifel gegeben, ob der Milliardär Phil Anschutz das Großprojekt verwirklichen wird. So wurde sehr lange über Ausnahmen vom deutschen Baurecht, die Anschutz für die Halle durchsetzen wollte, verhandelt. Aber auch die Finanzierung der rund 150 Millionen Euro teuren Halle galt bisher als unsicher. Die AEG will einen Großteil der Kosten durch den Verkauf des Hallen-Namens decken, doch bislang ist darüber noch kein Vertrag mit einem Unternehmen abgeschlossen worden. Detlef Kornett, der Europa-Manager von AEG, erklärte im Dezember, man verhandele mit mehreren international tätigen Unternehmen über die Namensrechte.

Im September vergangenen Jahres hatte die Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg den Bebauungsplan beschlossen, seit Oktober gilt das Baurecht. Doch mit den Bauarbeiten wurde noch nicht begonnen. Da wurden dann auch einige Abgeordnete unruhig, Strieder aber erklärte im Parlament, dass es keinen Grund gebe, an Anschutz zu zweifeln. "Die Anschutz Entertainment Group ist ein seriöser Investor", sagte er stets. Der Prozess sei unumkehrbar, Anschutz habe schon sehr viel in die Bauvorbereitungen investiert. So kosteten die Planungsarbeiten rund fünf Millionen Euro, von denen der Berliner Senat eine Million Euro bezahlte.

Das Gelände des alten Ostgüterbahnhofs zwischen Warschauer Straße, Mühlenstraße und Bahntrasse soll nun bald geräumt werden. Die Bauarbeiten für die Anschutz-Halle sollen noch in diesem Frühjahr beginnen.

Ein Viertel für Unterhaltung und Sport // Etwa 21 Hektar groß ist das Gelände des ehemaligen Ostgüterbahnhofs zwischen Warschauer Straße, Mühlenstraße und der Bahntrasse. Zum Aeral gehört auch das Ufer an der Spree hinter der East Side Gallery.

Der Investor ist die Anschutz Entertainment Group (AEG) aus Los Angeles. Das Unternehmen ist im Bereich Sport und Unterhaltung tätig. Ihm gehören Eishockeyteams (in Berlin die Eisbären) sowie einige Basketball- und Footballmannschaften. Ihre Großhallen stehen auch in London und Prag.

Die Arena ist das wichtigste Vorhaben der AEG auf dem Gelände. Die Halle soll bis zu 16 000 Besuchern Platz bieten, hat zudem 85 Suiten und Clubs mit knapp 3 000 Plätzen sowie Bars und Restaurants. Noch fehlt die Finanzierung, die hauptsächlich über den Verkauf der Namensrechte erfolgt.

Der Baubeginn soll nach aktuellen Angaben in diesem Jahr sein. Im Frühjahr soll mit dem Abriss alter Gebäude begonnen werden. Von dem Plan, die Arena zur Fußball-WM 2006 fertig zu stellen, ist die AEG aber abgerückt.

Das neue Viertel um die Arena herum ist für Büros und Unterhaltung vorgesehen. Gedacht ist unter anderem an ein Kino, ein Theater sowie an Einkaufsmöglichkeiten und Gaststätten. Auch Wohnungen sind geplant. Investoren sollen dort in den nächsten zehn bis 15 Jahren alles bauen.

Im Park an der Spree soll auch eine Marina entstehen. Drei riesige Werbetafeln an der Mühlenstraße, an der Nordseite der Halle und an der Warschauer Brücke sollen aufgestellt werden. Der Bezirk hat bereits alle Planungen der AEG genehmigt.