Die russische Presse kritisiert die Malewitsch-Ausstellung in der Berliner Guggenheim-Filiale. Die Zeitung Wremja Nowostjej wundert sich, wie einträchtig hier Hauptwerke aus russischen Museen neben Gemälden aus dem ehemaligen Besitz von Nikolaj Chardschijew hängen. Der 1996 verstorbene Kunst- und Literaturwissenschaftler war 1993 nach Amsterdam emigriert. Seine weltweit größte Privatsammlung der russischen Avantgarde gelangte auf ungeklärten Wegen in den Westen, wo die Kölner Galerie Gmurzynska unter anderem sechs Gemälde zur Weitervermittlung erhielt. Die Untersuchungen der russischen Behörden über diesen Verlust ausfuhrgeschützter Kunst sind bislang nicht abgeschlossen. Noch 1995 protestierten die Russen, als das Kölner Ludwig-Museum ein Chardschijew-Bild in einer Malewitsch-Ausstellung zeigte. Wie Wremja Novostjej beklagen auch die Zeitungen Izwestija und Kommersant, das russische Kulturministerium und alle anderen Beteiligten wollten mit der Ausstellung den Fall stillschweigend bereinigen. (sep.)