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LEUTE

Hanks meets Krenz

Astrid Hegenauer

Ein ungewöhnliches Date zum Mittagessen. Tom Hanks und Egon Krenz trafen sich gestern ganz konspirativ im Guy an der Jägerstraße in Mitte. Die merkwürdige Tischgemeinschaft, bestehend aus Hollywood-Star und ehemaligem SED-Generalsekretär, steckte drei Stunden lang die Köpfe zusammen und unterhielt sich angeregt bei Seeteufel auf Balsamico-Linsen, Wasser und Diät-Cola.

Der Amerikaner war extra aus Los Angeles nach Berlin gekommen, um sich mit Krenz über Dean Reed zu unterhalten. Der Oscar-Preisträger Hanks dreht gerade einen Film über den US-Protestmusiker, der in den 70er-Jahren in die DDR gezogen war. Reed hatte sich unter anderem dadurch einen Namen gemacht, dass er eine US-Fahne vor der Botschaft in Ost-Berlin wusch. Es sei Blut an der Fahne, war seine Begründung. 1986 nahm sich der Gitarrist das Leben.

Von Krenz erhoffte sich Hanks Hintergrundinformationen aus erster Hand. Der langjährige FDJ-Vorsitzende war mit Familie Reed befreundet. Am Sonntag ist Tom Hanks persönlich am Sony-Center am Potsdamer Platz. Dort steigt die Deutschlandpremiere des Steven-Spielberg-Films "Catch me if you can", bei dem er neben Leonardo DiCaprio die Hauptrolle spielt.

----Das ist Meret Becker wohl auch noch nicht passiert. Da unterstützt die Schauspielerin den Film "Anansi - der Traum von Europa", spielt eine kleine Nebenrolle, und dann heißt es plötzlich: Cut! Ihre Szene als Junkie wird rausgeschnitten. Das hat nichts mit Zensur zu tun, die Szene der Berlinerin hat einfach nicht mehr gepasst. Der Verantwortliche: Regisseur Fritz Baumann. "In dem Film gab es einfach zu viele Enden. Und die Szene mit Meret wäre eigentlich Stoff für einen neuen Film gewesen", sagt er.

Dabei wäre es so schön gewesen: Der Film erzählt die Geschichte einer beschwerlichen Reise einer Gruppe Westafrikaner nach Deutschland. Bis auf einen Koffer verlieren die Reisenden das ganze Gepäck. Ausgerechnet diesen Koffer will die Junkie-Darstellerin Becker in einem Café stehlen, schiebt ihn dann aber doch wieder beschämt zurück. Bei der Premiere im Kino Toni in Weißensee am Mittwochabend glänzte Meret Becker übrigens mit Abwesenheit. Woran das wohl gelegen hat?

("Leute"-Kolumnist Andreas Kurtz ist zurzeit im Urlaub.)