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Berlin bekommt Elite-Uni der Wirtschaft

Vereinbarung zwischen Schröder und Wowereit

Hendrik Munsberg

BERLIN, 7. Mai. Die Bundeshauptstadt Berlin wird Sitz der Elitehochschule für den Führungsnachwuchs der deutschen Wirtschaft. Das ist Ergebnis eines Treffens zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder, Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (alle SPD) und dem Projektkoordinator der Wirtschaft, ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef Gerhard Cromme, am Dienstagabend in Berlin. Die "European Business School of Management and Technology" (ESMT) soll - wie von der Wirtschaft angestrebt - in das ehemalige Staatsratgebäude in Berlin-Mitte einziehen, das derzeit noch im Besitz des Bundes ist. Bund und das Land Berlin verständigten sich auf einen Grundstückstausch: Berlin bekommt das Staatsratsgebäude, um es in die ESMT-Stiftung einbringen zu können. Im Gegenzug wird das Land dem Bund eine wertgleiche Liegenschaft überschreiben, die noch nicht näher bestimmt wurde. Grundlage soll ein Wertgutachten sein, das nun in Aufrag gegeben wurde.

Schröder erklärte nach dem Treffen, er unterstütze die Initiative der deutschen Wirtschaft, sie sei ein wichtiger Schritt, um den Wissenschaftsstandort Berlin in seiner herausragenden Stellung weiter zu stärken. Wowereit sagte: "Ich freue mich, dass meine Bemühungen erfolgreich waren."

Bayerns Ministerpräsident und Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber (CSU) ließ am Dienstag einen Bericht der "Berliner Zeitung" vom selben Tag zurückweisen, demzufolge er sich bemüht hätte, die Hochschule nach München abzuwerben. Stoibers Dementi deckt sich allerdings nicht mit Informationen der "Berliner Zeitung" aus voneinander unabhängigen Quellen der Wirtschaft. Danach hat Stoiber bereits im Vorfeld der Entscheidung erheblichen Druck auf die Unternehmensspitzen von Allianz, Münchner Rück und Siemens ausgeübt, das Prestigeprojekt in die bayerische Landeshauptstadt zu holen. Daraufhin wurde der Kompromiss geboren, einen Nebensitz der ESMT nach München zu holen. Dafür stellt die Landesregierung nun einen mietkostenfreien Neubau an der Nymphenburger Straße 3 in München bereit. Nach Informationen der "Berliner Zeitung" enthielt die Offerte dafür auch eine "große Lösung", bei der die Hochschule ganz in der Isar-Metropole angesiedelt worden wäre.