Sprea", die Schutzgöttin der Spree, zieht um: von Friedrichsfelde nach Mitte. Die denkmalgeschützte Skulptur wird künftig im Märkischen Museum stehen. Schon im nächsten Monat soll das 1895/96 von Jeremias Christensen geschaffene Kunstwerk aus dem Tierpark Friedrichsfelde abgeholt werden. "Die Kosten dafür übernimmt das Landesgartendenkmalamt", sagt Marcus Geschke von der Stiftung Stadtmuseum.
Mit dem Umzug wird ein jahrelanger Streit beendet, der bis in die Wendezeit zurückreicht. Damals bewarb sich Spandau darum, das Kunstwerk unter freiem Himmel in der Altstadt am Zusammenfluss von Spree und Havel aufstellen zu dürfen. Gleichzeitig zeigte das Märkische Museum Interesse an der "Sprea", die rein rechtlich dem Land Berlin gehört. Im Museum soll sie nun einen sicheren Platz auf dem Innenhof finden, wo sie aufwändig restauriert wird. "Danach kommt sie in unser künftiges Museumsrestaurant", sagt Marcus Geschke.
Diese Lösung kommt vor allem den Mitarbeitern des Landesgartendenkmalamtes entgegen. "Im Museum ist die Figur vor Wind und Abgasen geschützt", sagt Berlins oberster Gartendenkmalschützer Klaus von Krosigk. Schon vor Jahren waren Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass die "Sprea" auf keinen Fall weiter unter freiem Himmel bleiben darf. Seit 46 Jahren steht die Figur im Tierpark unter Bäumen. Im Laufe der Zeit hat Moos den Marmor umschlossen, die Substanz bröckelt ebenfalls. "Nur im Trockenen ist gewährleistet, dass sie erhalten bleibt", sagt Marcus Geschke.
In Spandau ist man über die Entscheidung erstaunt. "Wir haben uns damals als Erste für die Skulptur interessiert", sagt Bezirksamts-Sprecher Lars Neunherz-Marx. Bereits zur 800-Jahr-Feier von Spandau im Jahr 1997 sollte die Figur in der Altstadt aufgestellt werden. Ob die Spandauer nun ein Angebot des Museums annehmen und sich von der "Sprea" einen Abguss anfertigen lassen, ist aber offen. "Das ist eine Frage des Geldes."
Unterdessen bereitet die Stiftung Stadtmuseum den schwierigen und bis zu 15 000 Mark teuren Transport der drei Meter hohen Figur vor. Weil nicht alle Wege einem Schwerlasttransport-Fahrzeug standhalten, müsse man im Schritttempo fahren, sagt Geschke. Das Ganze dürfte bis zu 15 Stunden in Anspruch nehmen.
Von 1899 bis zum Zweiten Weltkrieg stand "Sprea" im Sitzungssaal des Berliner Magistrats im Roten Rathaus. Nach dem Wiederaufbau des Gebäudes kam sie in die Jüdenstraße und von dort 1955 nach Friedrichsfelde.
"Nach der Restaurierung wird die Sprea im künftigen Museumsrestaurant einen Platz finden. " Marcus Geschke, Stadtmuseum BERLINER ZEITUNG/WULF OLM Die Skulptur "Sprea" im Tierpark: Der Glanz des Marmors ist bereits verschwunden. Regen und Moos machen der Flussgöttin zu schaffen.