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LESERBRIEFE

Kommerzieller Erfolg schließt Qualität nicht aus

Peter Brenner, der in seinem gleichnamigen Beitrag vom 29. März die Harry-Potter-Bücher als "Einstiegsdroge in die Nintendo-Kultur" charakterisiert, geht es nicht um Harry Potter: Allem Anschein nach dient ihm der Erfolg der Buchreihe als Grund, um sich Harry Potter als Sündenbock zu angeln, der den Verfall unserer Lesekultur bestätigt. Da kommerzieller Erfolg und Qualität sich seiner Ansicht nach widersprechen, setzt er Harry Potter mit billigen Kitschfiguren der Spaß-Industrie gleich, die nur geschaffen wurden, um Kindern und Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Brenners Überlegungen zum Wandel des Leseverhaltens will ich nicht grundsätzlich widersprechen; nachdenklich stimmt mich allerdings, dass er selbst die Kunst des flüchtigen Lesens eifrig pflegt und sogar Grundzüge der Harry-Potter-Bücher völlig verkennt. Jeder aufmerksame Leser wird Brenner darüber aufklären können, dass Harrys Abenteuer durchaus nicht so schlicht gestrickt sind wie ein x-beliebiger Comicstrip. Im Gegenteil: Statt mit mundgerechten Häppchen-Abenteuern haben wir es mit genau durchdachten Plots zu tun, bei denen jedes Detail für den Handlungsverlauf wichtig sein kann. Es ist auch nicht wahr, dass Joanne Rowling ihrem Protagonisten jederzeit einen einfachen Ausweg aus allen Problemen bietet. Harry ist gerade nicht der Super-Held, der jederzeit lässig den passenden Zauberspruch aus dem Ärmel schüttelt.

Cornelia Rémi, München

BERLINER ZEITUNG/KAY HERSCHELMANN Mit der Rekordauflage von einer Million Exemplaren kam "Harry Potter und der Feuerkelch" im vergangenen Oktober auf den deutschen Markt.