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Fondstochter DWS verliert Top-Managerin

Neue Führung für Akkumula, Provesta, Investa

raf

BERLIN, 26. April. Erika Weisenhorn, Deutschlands prominenteste Fondsmanagerin, verlässt zur Jahresmitte die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS und macht sich mit einer eigenen Vermögensverwaltung selbstständig. Wie die DWS weiter mitteilte, "werden Weisenhorn und die DWS auch künftig geschäftlich verbunden bleiben".

Die 44-jährige Anlageexpertin ist seit 15 Jahren für die DWS tätig und gehört zu den erfolgreichsten Fondsstrategen für deutsche Aktien. Sie war in den vergangenen neun Jahren unter anderem für die Anlagestrategie des acht Milliarden Mark schweren Investa-Fonds verantwortlich. Weitere von Weisenhorn gemanagte DWS-Fonds sind der Akkumula (Fondsvolumen: vier Milliarden Mark), der Provesta (2,4 Milliarden) und der DWS Deutschland (1,6 Milliarden). In den vergangenen fünf Jahren erzielten diese Fonds Wertzuwächse zwischen 213 und 367 Prozent und gehörten zu den erfolgreichsten Produkten der jeweiligen Anlagekategorie. Die Zuständigkeit für diese Fonds soll im DWS-Team "neu verteilt" werden.

"Wie Lothar Matthäus"

Anleger, die in den Fonds investiert sind, sollten nun ein Auge auf die Entwicklung haben, meint Gerd Bennewirtz von der Vermögensverwaltung SJB. "Frau Weisenhorn hat die Fonds zwar nicht alleine gemanagt, aber der Weggang einer so prägenden Persönlichkeit wird Spuren hinterlassen", so der Fonds-Experte. Dies sei vergleichbar mit dem Weggang von Lothar Mätthaus beim FC Bayern. Der Club sei zwar immer noch Spitze. Aber die vorübergehende Schwächung durch das Ausscheiden eines entscheidenden Leistungsträgers könnte dem Verein die Meisterschaft kosten. "Jemanden wie Frau Weisenhorn wird auch die DWS so schnell nicht ersetzen können", glaubt Bennewirtz. Einen Anlass zu panikartigen Verkäufen gebe es allerdings auch nicht. So wie Bayern mit Effenberg und Elber noch zwei andere Weltklassespieler im Team habe, so verfügt die DWS mit Klaus Martini und Klaus Kaldemorgen ebenfalls über zwei weitere exzellente Fondsmanager.

Presseberichten zufolge liegen die Gründe für die Abwanderung nicht zuletzt in der ungewissen Zukunft der DWS. Im Zuge der geplanten Fusion der Deutschen mit der Dresdner Bank sollte die Fondstochter an die Allianz abgetreten werden. Nun wird befürchtet, dass die DWS auch künftig als "Handelsobjekt" betrachtet werde. (raf.)