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FAZ beruft Stefan Dietrich zum Leiter des Ressorts Innenpolitik

Der Nachfolger Eckhard Fuhrs gilt als Konservativer

Stefan Dietrich wird neuer verantwortlicher Redakteur für das Ressort Innenpolitik der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das meldet das Blatt in seiner gestrigen Ausgabe. Er folgt damit auf Eckhard Fuhr, der in das Berliner Büro der Zeitung wechselte und dort nun für die Entwicklung von Fernsehformaten des FAZ-Kooperationspartners N 24 zuständig ist.

Der 53-jährige Dietrich trat 1981 in die politische Redaktion der FAZ ein. Von 1986 bis 1991 berichtete er für das Blatt als Korrespondent aus Warschau. Danach ging er für die FAZ nach Hannover und schrieb über die niedersächsische Landespolitik. Seit 1994 gehörte auch die Berichterstattung über Sachsen-Anhalt zu seinem Aufgabengebiet.

Der Wechsel Eckhard Fuhrs von Frankfurt nach Berlin hatte zu Beginn der Woche einige Wellen geschlagen. Fuhr galt als linksliberales Gegengewicht zu der eher konservativen Führungsspitze der FAZ. In der CDU-Spendenaffäre hat besonders er Position gegen Altkanzler Kohl und dessen Weigerung bezogen, die Namen von Geldspendern zu nennen.

Über die Frage des Umgangs mit dem CDU-Skandal war innerhalb der FAZ-Führung Streit entstanden, in dem der für das "Zeitgeschehen" verantwortliche Georg Paul Hefty sowie der Politik-Redakteur und Leitartikler Volker Zastrow gegen Fuhr Stellung bezogen haben sollen. Rückendeckung haben sie angeblich von den beiden Herausgebern Günther Nonnemacher und Berthold Kohler erhalten. Aus dem Gremium wollte bisher niemand zum Fall Fuhr Stellung nehmen.

Fuhrs Wechsel nach Berlin wird allgemein als Niederlage gewertet. Dass die Aufgabe, TV-Formate für den Nachrichtensender N 24 zu entwickeln, den politischen Journalisten ausfüllen kann, wird darüber hinaus bezweifelt. Sein Nachfolger Dietrich gilt als eher konservativ. Die Politik des CDU-Landeschefs in Niedersachsen, Christian Wulff, hat er oft wohlwollend begleitet. Als Mensch sei Dietrich umgänglich und verbindlich, berichten Kollegen. (mi.)