Mehr als 10 000 deutsche und türkische Fußballfans haben am Mittwochabend in der Waldbühne auf einem Großbildschirm die Champions-League-Premiere von Hertha BSC verfolgt. Der Erlös der Veranstaltung in Höhe von rund 100 000 Mark soll den Hinterbliebenen von Erdbebenopfern in der Türkei zugute kommen. Hertha-Präsident Walter Müller hatte zudem am Mittwoch in Istanbul einen Spendenscheck in Höhe von 60 000 Mark an die Vereinsführung des Gegners Galatasaray Istanbul übergeben.
Wenige Minuten vor Spielende warfen einige Hertha-Fans in der Waldbühne Bierbecher und Feuerzeuge in Richtung der türkischen Fans, weil sie unzufrieden waren mit dem Verlauf der Partie. Ein Spieler von Galatasaray Istanbul hatte kurz zuvor einen Strafstoß zum Endstand von 2:2 verwandelt. Aus Sicherheitsgründen wurde das Licht angeschaltet, sodass auf der Leinwand kaum noch das Spiel zu sehen war. "Auf die Fresse" riefen etwa 3 000 aufgebrachte deutsche Fans in Richtung des türkischen Blocks. Daraufhin setzten die anwesenden Bereitschaftspolizisten ihre Helme auf und trennten die Fan-Blöcke. Es gab jedoch keine Ausschreitungen. Ein Mann wurde auf einer Trage abtransportiert; er hatte einen Alkoholpegel von mehr als drei Promille im Blut.
Am nächsten Morgen reisten die rund 50 Hertha-Fans, die das Spiel live in Istanbul verfolgt hatten, nach Berlin zurück. Nach Angaben des Hertha-Sprechers Hans-Georg Felder soll die Reise ohne Zwischenfälle verlaufen sein. Die Fans respektierten die Schweigeminute für die Erdbebenopfer und versuchten, obwohl in Unterzahl, Herthas Spieler anzufeuern. (lo.)