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MARZAHN

Fast niemand in der Stadt kennt den Weltmeister Andreas Kelch

Tempelhofer Miniaturgolfverein erkämpft zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft

Michael Dörschel

Bis zur Bahn 15 lief für Anja Wilhelm alles sehr gut bei der Endrunde um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Bahngolfer. "Geh doch irgendwie rein", schrie die 21-Jährige auf, als der kleine Hartgummiball das Loch verfehlte. Nach dem fünften Schlag dann ein lautes "Oh je" als die zukünftige Tischlerin den Ball auf der neuen City-Golf-Anlage Wittenberger Straße in Marzahn versenkt hatte. "Es ist ein fiese Piste", so ihr Kommentar. Dann zog sie mit ihrer Tasche weiter. In ihr sind über 20 verschiedene Bälle verstaut, je nach Beschaffenheit der jeweiligen Bahn. Beim nächsten Abschlag sorgte ihr Freund Harm Croppenstedt mit dem Sonnenschirm für Schatten und gleich beim ersten Versuch versenkte sie den Ball.

Anja Wilhelm ist eine der besten Bahngolfer in der deutschen Hauptstadt - zwei Mal Deutsche Schüler- und Jugendmeisterin sowie Europameisterin mit der deutschen Jugendauswahl. Da es in Berlin keine Vertretung der Frauen in der 1. Bundesliga gibt, nahm sie das Angebot des BGS Hardenberg-Pötter an und startet für den Verein aus Nordrhein-Westfalen. "Meine Eltern betreiben diesen Sport seit Jahrzehnten intensiv. Ich war vier Tage alt, da hat mich mein Vater im Verein angemeldet." Als Achtjährige bestritt sie die ersten Wettkämpfe und war lange Zeit die jüngste Bahnengolferin in Berlin. Der sportliche Vergleich - gespielt werden vier Mal 18 Bahnen - "ist sehr anstrengend, vor allem an die Konzentration werden hohe Ansprüche gestellt". Immerhin dauert ein Wettbewerb rund acht Stunden.

Sehr gut damit zu Recht kommt der 33-jährige Andreas Kelch. Er ist Welt- und Europameister mit der deutschen Auswahl und in der deutschen Mannschaftsmeisterschaft lag er mit seinem Tempelhofer Miniaturgolfverein vor dem siebenten und letzten Spieltag auf Rang drei. Nach einem sehr spannenden Wettkampf verbesserten sie sich sogar noch um einen Platz. "Leider kann man mit dem Bahnengolf im Gegensatz zum richtigen Golf keine müde Mark verdienen", bedauerte der Diplom-Kaufmann. Dabei "bieten wir auch großen Sport".