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Die Decke der Wohnung durchbrochen

Isländische Straße 2: Mieter werden terrorisiert

Christine Grabner

PRENZLAUER BERG. Als Bastian Rietdorf am Mittwoch seine Wohnungstür im Vorderhaus der Isländischen Straße 2 aufschließen wollte, paßte der Schlüssel nicht mehr. Das Schloß war ausgetauscht worden. An der Tür hing ein Zettel der Hausverwaltung "M.a.r.l.a.n.d". Die informierte den Mieter, durch Arbeiten auf dem Dachboden sei "leider die Decke eingebrochen und Rietdorfs Wohnung "in Mitleidenschaft gezogen". Rietdorf sah nach. "Ich konnte durch ein Loch, so groß wie eine Doppeltür, direkt auf mein zugeschüttetes Bett schauen." Auch die Decke der Nachbarwohnung war durchgebrochen. Der 24jährige und vier weitere Parteien sind Altmieter in dem Sanierungsobjekt. Eigentümerin des Hauses ist die Unternehmensgruppe Padovicz.

Die Hausverwaltung wollte sogar die Möbel von Rietdorf, ohne ihn zu fragen, in eine Umsetzwohnung einlagern. "Zur Sicherung", wurde dem Mieter mitgeteilt. "Ich konnte das gerade noch verhindern", sagt Rietdorf. Mehrmals hatte der Ingenieurs-Praktikant eine solche Alternativ-Wohnung bereits abgelehnt.

Baufirma: Haus verwechselt

Daß Altmieter aus dem Sanierungsobjekt verdrängt werden sollen, bestreitet Gero Leuttner, Geschäftsführer des Planungsbüros "P 3". Die Firma ist für die Bauleitung verantwortlich. Die Hausverwaltung war ebenso wie die Unternehmensgruppe Padovicz am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Leuttner sagt, seine Firma hätte den Holzbaubetrieb nicht mit den schwierigen Ausbauarbeiten auf dem Dachboden beauftragt, wenn er gewußt hätte, daß die Räume bewohnt seien. "Wir haben das Haus mit der Isländischen Straße 3 verwechselt", meint Leuttner. Dort habe seine Firma auch die Bauleitung, und dort gebe es schon lange keine Mieter mehr.

Schon einmal hat eine von "P3" beauftagte Fachfirma für Angst unter den Mietern in der Isländischen Straße 2 gesorgt. "Am 27. April wären wir durch eine manipulierte Gasleitung fast in die Luft geflogen", sagt Hamid Mix, Mieter im Hinterhaus. Erst vor kurzem habe ihm die Hausverwaltung 10 000 Mark geboten, damit er "endlich ausziehe". Seit dem Gas-Vorfall ermittelt die Kripo wegen Baugefährdung gegen Unbekannt. Doch das dauert. "In diesem Fall müssen viele Seiten abgefragt werden", sagt Kriminalhauptkommissar Andreas Birlem, der die Ermittlungen leitet.