Wer sein Geld anlegt, muß sich entscheiden zwischen zwischen hohen Gewinnchancen (und Verlustrisiken) und höchstmöglicher Sicherheit. Wer mit seiner Geldanlage gut schlafen und dennoch akzeptable Erträge erwirtschaften will, der sollte sich mit Pfandbriefen befassen.
Pfandbriefe sind festverzinsliche Wertpapiere und bieten eine festgeschriebene Rendite, einen sehr hohen Sicherheitsstandard, verschieden lange Laufzeiten und die Möglichkeit, sie jederzeit zum Tageskurs an der Börse zu verkaufen. Ausgegeben werden sie nur von gesetzlich ermächtigten Spezialbanken (Hypothekenbanken und einigen öffentlich-rechtlichen Instituten).
Die beschaffen sich damit Geld, um es als Baudarlehen an private Investoren oder staatliche Institutionen zu verleihen. Der Anleger ist durch Grundpfandrechte, also Hypotheken auf Immobilien, abgesichert und bei öffentlichen Pfandbriefen durch die Steuerkraft des Staates.
Im Vergleich zu den ansonsten identischen Bundesanleihen weisen Pfandbriefe einen Zinsvorsprung je nach Laufzeit von bis zu 0,5 Prozent auf. "Bei 10-Jahres-Papieren wurden schon Zinsvorsprünge von 0,5 Prozent festgestellt", sagt Franz-Josef Arndt vom Verband deutscher Hypothekenbanken.
Pfandbriefe werden in aller Regel in Stückelungen ab 100 Mark oder einem Vielfachen davon angeboten. Es macht jedoch wegen der üblichen Kosten für den Kauf keinen Sinn, kleine Beträge zu investieren. Schließlich erheben viele Banken Mindestgebühren, die das Anlageergebnis besonders bei kleinen Beträgen stark schmälern. Pfandbriefe werden mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen angeboten. Die Laufzeiten liegen meist zwischen ein und zehn Jahren. Der Schwerpunkt der Anlage liegt jedoch im mittel- bis langfristigen Bereich (vier bis zehn Jahre).
Der Zins richtet sich nach der üblichen Marktlage und wird üblicherweise einmal im Jahr gezahlt. Auf Zinsschnäppchenjagd muß der Anleger bei Pfandbriefen nicht gehen. Sie sind bei gleicher Laufzeit fast überall gleich. Zur Zeit gibt es für Pfandbriefe mit Laufzeiten von beispielsweise fünf Jahren etwa 4,9 Prozent Rendite, für zehnjährige Pfandbriefe etwa 6,0 Prozent. Die Papiere werden nach Ende der Laufzeit zum vollen Nennwert, also zu 100 Prozent, zurückgezahlt. Wer vor Ende der Laufzeit an sein Geld will, kann den Pfandbrief beleihen (bis zu 90 Prozent des Kurswertes) oder zum jeweiligen Tageskurs verkaufen. Dieser kann je nach Marktlage höher oder niedriger sein als beim Kauf des Papiers. Die Bank berechnet bei vorzeitiger Rücknahme der Pfandbriefe etwa 0,5 Prozent Gebühren.
Bei Kursgewinnen geht der Fiskus leer aus. Zinserträge, die über den Sparerfreibeträgen (6 100 für Ledige/12 200 für Verheiratete) liegen, sind einkommensteuerpflichtig. Wie bei anderen Anlageformen ist eine Verwahrung im Depot der Aushändigung effektiver Stücke vorzuziehen. Denn bei der Auszahlung von Zinserträgen im sogenannten Tafelgeschäft werden sofort 35 Prozent Zinsabschlagsteuer fällig, die die Bank an den Fiskus abführt. Achten sollte man - wie immer - auf Depot- und Einlösungsgebühren. In der Regel liegen die beim Erwerb festverzinslicher Wertpapiere anfallenden Kosten, also auch bei Pfandbriefen, bei einem Prozent des Kurswertes.
Die Informationszentrale der deutschen Hypothekenbanken, Postfach 1426, 53351 Rheinbach, bietet kostenlos zwei Broschüren an: Das Pfandbrief-Einmaleins und Das Steuer-Einmaleins für Wertpapiersparer. +++