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In Treptow gab es wirklich Krebsjauche

BÄRCHEN

Herr Hinte aus Treptow erinnert sich oft an seinen Großvater, der, wenn von Baumschulenweg die Rede war, stets schmunzelnd von Krebsjauche sprach. Welchen Zusammenhang gibt es zwischen beiden, möchte Herr Hinte wissen.

Barbara Spitzer vom Treptower Heimatmuseum hatte einige Mühe, dafür eine Erklärung zu finden. "Schließlich fand ich im Standardwerk von Erich Specht, ,Treptow wie es war und wurde` eine Deutung", teilte sie mit. "Auf dem Grundstück des heutigen Kinos an der Baumschulenstraße betrieb ein Fuhrwerksbesitzer ein Geschäft zur Abfuhr von Fäkalien. Vorausgesetzt, daß die Kutscher den Inhalt aus den Berliner Kloaken nicht schon vorher verloren hatten - einige Villenbesitzer beschwerten sich darüber - wurde damit der karge Sandboden am Baumschulenweg reichlich gesättigt.

Mit dem Abfuhrgeschäft war auch eine einsame Kneipe an der Ablage verbunden. Ein witziger Maler hatte für das Lokal ein Schild gefertigt: Darauf rahmten zwei große rote Krebse die Inschrift "Viel Vergnügen in Krebsjauche". Das, so bei Erich Specht nachzulesen, trug dem Berliner Ortsteil Baumschulenweg im Volksmund über lange Zeit den Namen Krebsjauche ein.

Rufen Sie uns an. Wir werden Ihren Hinweisen bei den Behörden nachgehen. +++