Zernsdorf.
Nach etlichen Firmenzusammenbrüchen in den vergangenen Jahren soll es nun in Zernsdorf wieder aufwärtsgehen. Die Errichtung eines Holz- und Technologiezentrums mit einem Rahmenkredit von 16 Millionen Mark und Fördermitteln des Landes ist geplant.
Bis Mitte nächsten Jahres werden die noch 25 bestehenden von einstmals mehr als 100 Arbeitsplätzen des Schwellenwerkes abgebaut. Zudem wird in diesem Jahr der größte Teil der 190 Mitarbeiter des Zernsdorfer Beton- und Dämmstoffwerks auf der Straße stehen. Auch Möbelwerk und Likörfabrik haben für den Arbeitsmarkt kaum noch Bedeutung.
Fast alle entlassen
Insgesamt, so vermutet der frühere Bürgermeister Christoph Krüger, sind von mehr als 1 000 Industriearbeitskräften zu DDR-Zeiten etwa 80 bis 90 Prozent nach der Wende entlassen worden. Und die kleinen mittelständischen Neuansiedlungen wären nicht in der Lage gewesen, diese Arbeitskräfte zu beschäftigen.
Daß der Ort dringend Hilfe benötigt, sei in Potsdam erkannt worden, sagt Bürgermeisterin Marianne Reichelt (parteilos). Besonders habe sich in jüngster Vergangenheit Wirtschaftsminister Dr. Burkhard Dreher (SPD) für die Zernsdorfer stark gemacht, obwohl die Gemeinde nicht im offiziellen Fördergebiet liegt.
Größtes und zukunftsweisendes Projekt soll nun das Holzzentrum werden. Dafür "liegen seit kurzem alle notwendigen Unterschriften vor", so die Bürgermeisterin. Doch die entscheidenden Schritte waren die Förderzusage des Landes und die Einräumung eines Rahmenkredites über 16 Millionen Mark durch die Südwest Landesbank.
Für das Holzzentrum haben laut Marianne Reichelt zehn Investoren "grundsätzliches Interesse" angemeldet. Angesiedelt werden soll es auf dem Gelände des ehemaligen Lagerplatzes des Schwellenwerkes und auf angrenzendem Ödland.
Vier Unternehmen, so die Bürgermeisterin, "haben schon ganz konkrete Vorstellungen". Ebenfalls soll hier Firmen aus dem Ortskern eine Ansiedlungsmöglichkeit geboten werden. Mit den "seriösen und verbindlichen Zusagen sind 80 Prozent der Fläche bereits mit produzierendem Gewerbe ausgelastet".
Gemeinde ist Mittler
Bereits im Herbst soll es losgehen. Mit den Fördergeldern wird vorrangig die Erschließung gesichert. Mit dem Kredit im Rücken kann die Gemeinde Grundstücke aufkaufen, insgesamt 150 000 Quadratmeter. Der Schwellenlagerplatz hat eine Größe von rund 80 000 Quadratmetern, der Rest sind Ödlandflächen. Die Grundstücke werden an die Investoren weiterveräußert.
"Die Gemeinde ist nur Mittler, verdient aber nichts am Verkauf der Flächen", sagt die Bürgermeisterin. Mit dem Abschluß der Verhandlungen rechnet sie in diesem Jahr. Die Verträge seien so gestaltet worden, daß erst gekauft und dann verkauft werden kann, "wenn wir Fördermittel und den Rahmenkredit bekommen". Und die sind nun abrufbar. +++