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STADTGEFLÜSTER

Ein Blick hinter verschlossene Türen

HEIKE BERG

Mittwoch abend am Zoo Palast: Über roten Teppich wandelten die Schauspieler und prominenten Gäste zur Eröffnungsfeier und Verleihung der "United Cinemas International"-Filmpreise in das renovierte Kino. Vorbei an zahllosen, in der Kälte wartenden Zaungästen und Autogrammjägern ohne Einladung, vor denen sich die streng bewachten Türen kompromißlos schlossen. Drinnen saßen auf gülden schimmernder Couch in einer &ke der Bühne die Preisträger Liselotte Pulver, Paul Hubschmld, Bernhard Wlckl und Karl Lieffen, der den Filmpreis für Billy Wilder entgegennahm. Eigentlich eine wunderbare Zusammenkunft hervorragender Künstler, wenn nicht soviel danebengegangen wäre. Das fing schon mit den Scheinwerfern an. Die waren so eingestellt, daß die Couch erstrahite, die Gesichter der Schauspieler aber, die darüber hinausragten, im Halbdunkei lagen. Dann die Tänzerin Marlene Charell, sie stolperte bei der Moderatlon des Abends von einem Fettnäpfchen ins nächste. Voller Selbstvertrauen, aber offenbar ohne Konzept und unvorbereitet, ging sie von der Couch in die Mitte der Bühne und sagte aus vollem Herzen: "Und jetzt, meine lieben Damen und Herren, kommt ein wirklicher Star" -- mit der Betonung auf wirklich. Weiter kam sie nicht. Es war nicht ihr erster verbaler Ausrutscher an diesem Abend, zahllose Buhrufe hallten durch den riesigen Saal des Kinos. Aus den Gesichtern der wirklichen Stars auf der Couch -- und das sind sie, egal wer noch dazuzählen mag, in diesem Falle Jugendfilm-Geschäftsführer Jürgen Wohirabe -- verschwand die Farbe. Sie waren eh schon "ausgesprochen enttäuscht".

Den eigentlich sollte an diesem Abend "Die Zürcher Verlobung" gezeigt werden, der Film, mit dem Lilo Pulver 1957 den Zoo-Palast eröffnete, und in dem Pulver, Hubschmid und Wickl zusammen vor der Kamera standen. "Damit hat man uns geködert", sagte Bernhard Wicki nach der Veranstaltung, "hätte ich gewußt, das der Film nicht gezeigt wird, wäre Ich gar nicht nach Berlin gekommen". Mit "peinlich, peinlich" begannen die meisten Kommentare der Gäste zu der Veranstaltung. Neben mir saß Mady Rahl, Schauspielerin in 67 Fll

men, und schüttelte unentwegt den Kopf. Die letzten Minuten saß sie mit einer Zigarette Im Mundwinkel da und raunte mit Ihrer tiefen, kratzigeri Stimme: "Wer