Schlagzeilen: Um die Schlagzeile dreht es sich jeden Tag aufs neue, In der kleinen New Yorker Zeitung "The Sun". Das heißt 24 Stunden Streß für die Mitarbeiter. Regisseur Ran Howard ("Backdraft") hat ein beachtliches Starensemble aufgetrieben, das er einen Tag lang in der Redaktion auf Hochtouren zeigt. Da sind Michael Keaton als Redakteur, dessen Frau (Marisa Tomei) ein Kind erwartet, Glenn Glose als Chefin, die sich permanent mit Geldproblemen herumschlagen muß, und Robert Duvall, der der Zeitung sein Privatleben und seine Gesundheit geopfert hat. Und es gibt einen Mord in der Stadt sowie zwei tatverdächtige junge Schwarze. Deren Verhaftung soll die Schlagzeile bringen, doch die Frage ist, ob sie es wirklich waren. Eine Hetzjagd nach Informationen beginnt und ein Redaktionsstreit um Sensation oder Seriosität bricht vom Zaun, von Howard temporeich in Szene gesetzt -- ernsthaft, witzig, überdreht.
Frankie. Jonny & die anderen: Irgendwo in einem ostfriesischen Dorf gehen die Jungen ihrem ungeliebten Job nach, so sie überhaupt einen haben. Frankie (Detlef Kuper) vertreibt sich mit seiner Gang die Zeit mit Kampfsportübungen, Feuerlegen und einem Einbruch. Und sie planen ein ganz großes Ding .. Das Spielfilmdebüt von Hans-Erich Viet ist das Porträt einer trostlosen Landschaft und hoffnungsloser junger Leute. (siehe untenstehende Rezension).
Krücke: Während der Flucht im Februar 1945 verliert der 13jährige Tom (Götz Behrendt) auf einem schlesischen Bahnhof seine Mutter. Er schlägt sich allein nach Wien durch und begegnet dort dem Schieber "Krücke" (Heinz Hoenig), einem Krüppel, der im Krieg ein Bein verloren hat. Der hilflose Junge und der gewitzte Schieber werden Freunde und machen sich gemeinsam auf die Reise nach Deutschland, um Toms Mutter zu finden ". Mit Sensibilität und Wärme gestaltete Schicksale aus den Kriegs- und Nachkriegswirren 1945/46, die in authentischen Bildern von Grauen, Leid und Entbehrungen, aber auch von Liebe, Freundschaft und Solidarität erzählen. Jörg Grünlers Spielfilmdebüt, das nach dem Buch von Peter Härtling entstand, erhielt bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis 1993.
Roadflower: Zwei Männer, eine Frau und zwei Kinder sind im Auto unterwegs und geraten auf dem Highway in die Hände eines wahnsinnigen Killers (Graig Sheffers, "Aus der Mitte entspringt ein Fluß"), der mit debilem Partner und gewaltlüsterner Freundin auf der Flucht ist. Christopher Lambert spielt den sanftmütigen Familienvater Jack, der als einziger davonkommt, während die anderen als Geiseln gequält werden. Doch er hängt sich an ihre Fersen und scheut kein Mittel, sie zu befreien. Keine originelle Story, aber spannend umgesetzt -- mit zahlreichen Leichen und enormem Psychoterror. Lightning Jack: "Crocodile Dundee"-Paul Hogan versucht sich in Simon Wincers Westernkomödie als Outlaw, der seinen Namen durch einen großen Bankraub unsterblich machen möchte. Der Film hat alle Versatzstücke eines zünftigen Western, eine schöne Saloonlady (Beverly D Angelo), einen lernbegierigen, jungen Partner, einen ehrgeizigen Marshall. Aber richtig los geht das Stück nicht. Hogans hölzerne Komik langweilt und der Plot ist reichlich einfallslos.
High Crusade -- Frikasse. im Weltraum: Nach Poul Andersons Roman "Die Kreuzritter" drehten Klaus Knoésel und Holger Neuhäuser ihren ersten abendfüllenden Spielfilm, eine lockere Science-fiction-Komödie, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts spielt. Unmittelbar vor dem Abmarsch nach Jerusalem werden die englischen Kreuzritter von der Landung eines Raumschiffes überrascht. Es ist der Spähtrupp eines fernen Planeten, der die Bedingungen für eine Invasion orten soll. Doch die mittelalterlichen Haudegen, bar jeden Respekts vor der unbekannten Technik, erobern im Handstreich das Raumschiff und hoffen, mit diesem Wunderding In Jerusalem die Ungläubigen bekehren zu können.
Das Ei ist eine geschissene Gottesgabe: Die mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentation von Dagmar Wagner erzählt die Geschichte der 77jährigen Bäuerin Sophie aus Sprengenöd, die ihre Kühe noch mit Namen anspricht und im Jeep zur Kirche fährt. Sie ist ein Fossil vergangenen Landlebens, das sich in der modernen Zeit zu behaupten sucht, und ein Original, das überall Sympathie findet. Ein tragikomisches Frauenporträt, bei dem der des Bayerischen Unkundige allerdings einige Verständigungsschwierigkeiten haben dürfte.
In Ron Howards neuem Film "Schlagzeilen" spielt Glenn Glose die geschäftsführende Redakteurin Alicia Clark, die sich permanent mit Geldproblemen herumschlagen muß.