Wenn die dänische Königin Margrethe II. heute in Berlin-Tegel landet, besucht eine doppelt gefestigte Monarchin Deutschland. Einerseits ist Margrethe formelles Staatsoberhaupt des ältesten Königreichs der Welt. Die Thronfolge Ihrer Familie läßt sich in direkter Linie bis zu "Gorm dem Alten " zurückverfolgen, der etwa im Jahr 940 starb. Andererseits gelang es Margrethe in ihrer jetzt 22jährigen Regierungszeit, beim dänischen Volk äußerst populär zu werden.
Die Dänen verschmolzen die Monarchie so mit der Demokratie, daß die Königin heute als höchste Wächterin demokratischer Beschlüsse gelten kann. Dafür hat sie trotz der Position als formelles Staatsoberhaupt praktisch keine direkte politische Macht mehr. Doch sie besitzt erhebliche moralische Autorität.
Die 53 jährige konnte nur Königin werden, weil das dänische Parlament 1953 die weibliche Erbfolge zuließ. Ihr selbst wird eher zuviel Aufhebens darum gemacht. "Ich finde, daß es nicht mein Verdienst ist -- weder daß ich Frau bin, noch daß ich Staatsoberhaupt wurde. Beides ist ein biologischer Zufall", erklärte Margrethe -- übrigens Raucherin -- in einem Interview.
Ihre Tüchtigkeit ist in Dänemark unbestritten. Sie kann intelligente Reden halten und dabei auch dunkle Selten kritisieren. Etwa die in ganz Europa zunehmende Fremdenfeindlichkeit.
Margrethe bestieg am 14. Januar 1972 den dänische Thron. Ihr selbst gewählter Wahlspruch "Gottes Hilfe -- Liebe des Volkes -- Dänemarks Stärke" unterstrich bereits damals ihren Willen zur Volksverbundenheit. Sie Ist seit 1967 mit dem gebürtigen französischen Graf de Monpezat verheiratet, dem heutigen Prinz Henrik. Margrethes Ausstrahlung läßt ihn meist im Schatten stehen. Das Königspaar hat zwei Söhne.
In Dänemark hat sich Königin Margrethe auch als Grafikerin einen Namen gemacht: Sie hat mehrere Bücher illustriert und Zeichnungen für dänische Briefmarken erstellt. Jorg Rode. Kopenhagen
Margrethe II.