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Wahnsinn

Bald 25 Euro Praxisgebühr?

Ärzte-Funktionäre planen Super-Gebühr

Praxisgebühr
ddp

Berlin - Jedes Mal der gleiche Frust: Der Gang zum Arzt endet mit dem Griff in den Geldbeutel. Durfte bisher allerdings nur einmal pro Quartal zehn Euro Praxisgebühr vom gebeutelten Gebrechlichen kassiert werden, so planen Ärzte-Funktionäre jetzt den Großangriff auf die Patienten-Portemonnaies.

Leonhard Hansen, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, fordert, dass künftig bei jedem Arztbesuch mindestens fünf, am besten aber zehn Euro Praxisgebühr fällig sein sollen. Und: Wer ohne Überweisung beim Facharzt Hilfe sucht, soll dafür gleich 25 Euro auf den Praxis-Tresen legen. Hansen: "Die Hemmschwelle, ärztliche Leistungen in Anspruch zu nehmen, ist immer noch zu niedrig." Der Konter des Präsidenten des Allgemeinen Patienten-Verbandes Deutschlands, Christian Zimmermann: "Eine Unverschämtheit. Anstatt erneut den Patienten in die Taschen zu greifen, sollte die unfassbare Verschwendung in unserem Gesundheitswesen gestoppt werden. Durch Korruption, Medikamenten-Chaos und überbordende Bürokratie werden jährlich 70 Milliarden Euro versenkt."

Zuspruch für Hansen kam dagegen von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Auch wenn das Thema "unpopulär" sei, so sei es doch richtig, über eine Verschärfung der Praxisgebühr zu diskutieren, sagte KBV-Sprecher Roland Stahl. Es gebe in der gesetzlichen Krankenversicherung ein "unendliches Leistungsversprechen", dem nur sehr begrenzte Mittel entgegenstünden. Die Gebühr zurzeit sei "löchrig" und übe keine "Steuerungsfunktion" aus.

Eine klare Absage kam von Klaus Vater, Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums: "Es wird keine höheren Zuzahlungen geben."

dja

 
Berliner Kurier, 13. August 2009