Los Angeles
Dieser Deutsche erpresste Cindy Crawford
26-Jähriger verlangte für ein Fesselbild ihrer Tochter 100.000 Euro
Cindy Crawford (r.) und ihr Erpresser Edis Kayalar
AFP, zVg
Los Angeles - Feiger Erpressungsversuch gegen Cindy Crawford (43). Edis Kayalar hatte ein Foto gestohlen, dass die siebenjährige Tochter des Supermodels gefesselt auf einem Stuhl zeigt. Der Stuttgarter verlangte 100.000 Euro. Jetzt wird er mit internationalem Haftbefehl gesucht.
Das Foto wurde vom Kindermädchen bei einem „Räuber und Gendarm“-Spiel aufgenommen. Es zeigt die kleine Kaya in T-Shirt und Shorts. Ihre Hände sind mit einem Seil hinten an der Stuhllehne festgebunden, einen Knebel im Mund. Kayalar, ein Bekannter der Nanny, sah das Foto in deren Wohnung und steckte es ein.
Laut Gerichtsakten kontaktierte Kayalar am 13. Juli Crawfords Ehemann Rande Gerber. Er nannte sich „Brian“ und wollte 1000 Dollar für das Foto haben. Gerber zahlte und bekam das Bild ausgehändigt. Doch Kayalar hatte das Foto nachdrucken lassen. Gerber: „Ein paar Tage später rief er wieder an, verlangte mehr Geld.“ Gerber rief die Polizei.
Die Ermittler fanden die wahre Identität von „Brian“ heraus und, dass es sich um einen deutschen Staatsbürger handelt. Am 16. September wurde der 26-Jährige festgenommen, nach Deutschland abgeschoben.
Doch das war nicht das Ende: Am 1. November rief Kayalar erneut in Crawfords Villa an. Gerber: „Er gab Cindy und mir die Schuld dafür, dass man ihn aus dem Land geworfen hatte. Diesmal verlangte er 100 000 Dollar und drohte, dass er sonst mit dem Foto einen internationalen Skandal auslösen würde.“
Diesmal wandten sich Crawford und Gerber ans FBI. Eine Agentin hörte beim nächsten Telefonat mit, in dem Kayalar Gerber die Nummer seines deutschen Kontos gab. „Der Erpresser sagte, dass er in Deutschland von Arbeitslosengeld leben müsse, welches nicht ausreiche. Er wolle für sich und seine Freundin in Deutschland eine neue Existenz aufbauen, oder nach Frankreich oder Australien auswandern“, so die FBI-Agentin. Außerdem wolle er jetzt 100000 Euro. Denn 100000 Dollar seien in Europa nur noch Scheiße wert. Das FBI schaltete die deutsche Polizei ein. Sobald Kayalar verhaftet ist, soll er nach Kalifornien ausgeliefert werden. Dort erwartet ihn ein Prozess wegen räuberischer Erpressung.
Berliner Kurier, 13. November 2009
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