Tempelhof-Besetzung
Polizeipräsident kündigt hartes Vorgehen an
Berlin – Polizeipräsident Dieter Glietsch hat am Samstag ein hartes Durchgreifen gegen Besetzer des Flughafens Tempelhof angekündigt. Wer den Absperrungszaun überwinde, müsse damit rechnen, wegen Hausfriedensbruchs und eventuell auch wegen Sachbeschädigung verfolgt zu werden, so Glietsch im rbb-Inforadio.
Die Initiative "Squat Tempelhof" rechnet damit, dass heute rund 10.000 Teilnehmer versuchen werden, den Zaun rund um das verlassene Flughafen-Areal zu überwinden. Die Aktion soll bewirken, das Gelände für die Bevölkerung zu öffnen. Dem Protest-Aufruf wollen nicht nur Linksautonome folgen, sondern auch die Jusos und Teile der Grünen. Die Polizei hat ein Großaufgebot in Stellung gebracht, um die Aktion zu verhindern. Die Berliner Beamten werden von Einsatzkräften aus Bayern und der Bundespolizei unterstützt. Bis Samstagvormittag wurden keine Vorkommnisse rund um den Flughafen gemeldet. Für die Mittagsstunden sind mehrere Kundgebungen geplant.
Am einstigen Flugfeld und an den Zufahrtsstraßen sind zahlreiche Beamte aufmarschiert. Bereits am Freitag hatte die Polizei dort Präsenz gezeigt. Glietsch forderte im Inforadio ein stärkeres Engagement der Politik. Die Bekämpfung des gewaltbereiten Linksextremismus dürfe nicht nur der Polizei überlassen werden.
"Ich würde mir wünschen, dass die Abgrenzung zum gewaltbereiten Linksextremismus in der Gesellschaft und in der Politik genauso konsequent betrieben wird wie gegen den Rechtsextremismus."
Der Polizeipräsident wies auch darauf hin, dass eine sofortige Öffnung des früheren Flughafenareals nicht möglich sei, weil es auf dem Gelände noch Luftsicherheitseinrichtungen gebe, die für Berlin notwendig seien.
Berliner Kurier, 13. August 2009
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