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Integrations-Studie

Jeder zweite Türke will zurück in die Heimat

Viele fühlen sich in Deutschland unerwünscht

Von R. Gorny

Türken Fußball Fans
Beim Fußball schlägt die Heimatliebe hohe Wogen: deutsch-türkische Fans bei der WM 2008. ddp

Berlin - Sie spielen in Fußball-Vereinen, haben fast an jeder Ecke einen Gemüseladen: 2,7 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund leben in Deutschland. Nun überrascht eine neue Studie: Fast jeder zweite Türke will in die Heimat zurück.

Die Meinungsforschungs-Institute INFO GmbH (Berlin) und Liljeberg Research International (Antalya) haben bundesweit 1000 Personen befragt. Das ernüchternde Ergebnis: 42 Prozent der Türken denken ernsthaft über eine Rückkehr ins Land ihrer Vorfahren zurück. Nur jeder Vierte verbringt seine tägliche Freizeit mit Deutschen, lediglich 16 Prozent sprechen zu Hause überwiegend Deutsch. Umfrage-Leiter Holger Liljeberg: „Wir sollten den Integrations-Druck wegnehmen. Wahlweise sollte auch eine Einschulung auf Türkisch möglich sein.“

45 Prozent der Türken in Deutschland fühlen sich unerwünscht. Dennoch gibt es Entwicklungen, die Mut machen. 34 Prozent haben ein Abitur oder sogar studiert, in ihrer Heimat liegt der Anteil bei 29 Prozent. Auch bei der Emanzipation gibt es Fortschritte. Ein Drittel der türkischstämmigen Frauen trägt ständig ein Kopftuch, in der Türkei sind es 61 Prozent. Die langjährige Ausländerbeauftragte des Senats, Barbara John: „Kulturelle Identität ist veränderbar, formt sich neu.“ Und es gibt sogar Übereinstimmungen. Rund 65 Prozent der Deutsch-Türken und Deutschen wünschen sich einen gläubigen Christen als Nachbarn.

 
Berliner Kurier, 19. November 2009