Berlin - Die ersten kamen schon kurz nach neun. Kaum, dass gestern die Pläne für die Verlängerung der A 100 offen lagen. Die soll ab 2017 durch Treptow und Neukölln führen. Und spaltet schon heute die Berliner in Pro und Contra.
Raum 22 im Rathaus Treptow. Hier (wie auch im Rathaus Neukölln) kann sich jeder die Pläne für das 440 Millionen Euro teure Autobahnstück vom Dreieck Neukölln zum Treptower Park ansehen - in sieben dicken roten Aktenordnern. Etwa 35 Berliner kamen bis Büroschluss. "Ziemlich viele", sagt ein Experte, der ratlosen Besuchern die Pläne erklärt. "Fast alle wollen wissen, wie sie von der Autobahn betroffen sind: Wie weit ist sie von meinem Haus weg? Wie laut wird es?" Nachts immerhin bis zu 65 Dezibel (Bürolärm-Stärke) in den Häusern der Beermannstraße, die stehen bleiben dürfen. Vier müssen weg.
"Aber nicht mit mir! Ich wohne seit 27 Jahren hier und will bleiben!", sagt Roswitha Hollnack (52). Die Autobahngegner haben Claudia Hämmerling von den Grünen auf ihrer Seite. "Schon die neue A 113 hat zu 18 Prozent mehr Lkw-Verkehr geführt, die Elsenstraße wird mit der A 100 im Dauerstau ersticken!"
Aber bei Werner Harner (73) aus Baumschulenweg soll weniger Verkehr durchrauschen. "Ich bin für die Verlängerung!"
Die Pläne werden noch bis 9. April gezeigt, bis 23.4. kann man sagen, was man davon hält.
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BU: Pro / Werner Harner freut sich, wenn's bei ihm leiser wird.
Fotos: Lebie