Berlin - Straßenschlachten, zertrümmerte Schaufenster, besetzte Häuser der 1. Mai wirft seine Schatten voraus. Autonome erklären Berlin den Krieg. Innensenator Ehrhart Körting (SPD) kündigt eine harte Haltung gegenüber den Krawallmachern an.
Es brodelt in der Berliner autonomen Szene. "Mai-Stein-Aktionstage", unter diesem Namen rüsten 14 linke Gruppen auf. Ihre Aktionen richten sich gegen Wohnungsleerstand, Sozialabbau. Steine auf die Deutsche Bank in der Danziger Straße alle Schaufenster kaputt. Ebenso im Kulturkaufhaus Dussmann. Jeden Tag werden Häuser besetzt, gestern wieder in Friedrichshain. "Wir werden auch weiterhin nach der Berliner Linie verfahren. Das heißt: Die Polizei wird Hausbesetzungen kurzfristig unterbinden", sagte Innensenator Ehrhart Körting dem KURIER. "Allen aus der Szene muss klar sein, dass wir gesetzeswidrige Aktionen nicht dulden werden. " Notwendig vorher: Anzeigen der Eigentümer.
Offiziell beginnt, was jetzt schon begonnen hat, erst am kommenden Mittwoch am Hermannplatz. Die Chaoten wollen dort um 14 Uhr ein Festbankett veranstalten, den Platz besetzen. Unter dem Motto "Berlin Umsonst" rufen die Krawallmacher dann am Samstag zum Sturm auf die MoMA-Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie auf. "Wir sparen uns das Eintrittsgeld", heißt es in dem Aufruf im Internet, der Gruppe FeLS (Für eine linke Strömung).
Ein Marsch gegen die BVG ist zeitgleich am Kleistpark geplant. Fast täglich gibt es Kundgebungen, Spontandemos. Für das folgende Wochenende droht Berlin eine Chaoten-"Tour de Luxe" vom Hotel Esplanade am Lützowufer über das Ritz Carlton am Potsdamer Platz zum Hotel Adlon am Pariser Platz. Der Countdown zum 1. Mai läuft!