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Schiebung? Ehepaar will gegen Wahlergebnis klagen

kremmen - Wird jetzt Edmund Stoiber doch noch Kanzler? Eine Computer-Spezialistin aus Kremmen will das Ergebnis der Wahl anfechten, beklagt sich über Zustände in den märkischen Wahllokalen.

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Das Ende ihrer Flitterwochen hatte sich Daniela Roscher (33) ganz anders vorgestellt. "Wir wollten unbedingt aus Neapel zurück sein, bevor die Wahllokale schließen", sagt die gebürtige Zehlendorferin. "Das haben wir auch geschafft."

Um 17 Uhr ging sie mit ihrem Frischvermählten Mario (39), CDU-Kandidat zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen 2001, ins Wahllokal 007 in Kremmen (Oberhavel). Ihr Kreuzchen durfte sie trotzdem nicht machen. Grund: Roscher bekam keinen Wahlschein, da sie Briefwahl-Unterlagen beantragt hatte.

Obwohl sie eidesstattlich versichern wollte, dass sie noch nicht gewählt hat und den Wahlschein für die Briefwahl nicht erhalten habe, lehnte Wahlleiterin Petra Born (42) ab: "Nach der Bundeswahlordnung hätte sie vor 15 Uhr kommen müssen. Dann hätte man noch was machen können. "

Rechtsanwalt Markus Roscher sieht das anders: "Alles Unsinn." Vor dem Wahlprüfungsausschuss des Bundestages will er nun Einspruch gegen das Wahl-Ergebnis einlegen. "Wir haben USA-Verhältnisse. Auch dort haben bei der Wahl ein paar tausend Stimmen für Bush entschieden."

Die Aussicht auf Erfolg sei gering, sagt ein Justitiar des Bundestages: "Er müsste nachweisen, dass es sich um tausende Fälle handelt." J. Gößmann


Berliner Kurier, 25. September 2002