BERLIN - Kampfabstimmung auf dem FDP-Parteitag: Martin Matz (32), Landeschef der 2700 Spree-Liberalen, mußte sich gestern abend im Neuköllner Estrel-Hotel zwei Gegenkandidaten stellen: Ex-Generalbundesanwalt Alexander von Stahl (59) und Heinz Lanfermann (47), Staatssekretär im Bundesjustizministerium.
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Der Parteitag begann rund eine Stunde später als angekündigt. Grund waren Unstimmigkeiten über die Anzahl der Delegierten. Das heizte die Stimmung erst mal richtig auf.
In seiner Rede ging Matz darauf ein, daß die FDP sich nicht darauf versteifen sollte, Regierungspartei zu sein. "Wir sollten wieder eine Überzeugungspartei sein. Und dafür muß man auch mal in die Opposition gehen." Auf jeden Fall will er an der Spitze stehen, wenn es 1999 wieder um den Einzug der Liberalen ins Berliner Abgeordnetenhaus geht.
Die Delegierten sahen das ebenso: Zwar reichte Matz' Ergebnis im ersten Wahldurchgang noch nicht aus - er bekam 131 Stimmen, von Stahl 117, Lanfermann 75. Erst im zweiten Anlauf setzte sich Matz dann aber mit 169 gegen 143 Stimmen gegen von Stahl durch.
Der dem rechten Flügel zugerechnete von Stahl hatte bereits angekündigt, daß er im Falle eines Scheiterns kein zweites Mal kandidieren wolle. Er wolle die FDP aber auch nicht verlassen.
Parteiaustritte droht dagegen der FDP-Rechte Markus Roscher an. Der "Bund freier Bürger" und die "Offensive für Deutschland" sollen den abtrünnigen Liberalen dann eine neue politische Heimat bieten. Beide rechtspopulistischen Vereinigungen wollen heute im Forum-Hotel am Alex fusionieren.
ml