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BERLIN (BLN)

Naturschützer gegen Teufelsberg-Pläne

BERLIN - Der Widerstand gegen das kinderfeindliche Nobel-Projekt auf dem Teufelsberg wächst: Jetzt protestieren 16 Berliner Naturschutzverbände.

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"Einer privaten Dauersiedlung auf dem Teufelsberg stimmen wir nicht zu", sagt Prof. Hartmut Kenneweg (57), Chef der Berliner Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. "Der Grunewald ist Landschaftsschutzgebiet und soll nicht zersiedelt werden."

Dieser Meinung ist auch das Bezirksamt Wilmersdorf. "Wir sind gegen die Bebauung", sagte Baustadtrat Alexander Straßmeir (33). "Das Amt prüft jetzt, ob es gegen den Senat klagen kann. Denn wo Wald ist, darf nicht gebaut werden."

Doch gerade die Traumlage im Grünen lockt die "Investorengemeinschaft Teufelsberg Berlin". Sie will für 150 Millionen Mark 30 Wohnungen, ein Luxus-Hotel, 56 Lofts für Singles, Manager, Besserverdienende in und um die ehemalige Abhöranlage der Alliierten bauen - ohne Spielplätze oder Kita. Die Senatsbauverwaltung unterstützt diese Pläne. Warum? Eine Antwort war wegen Etatberatungen gestern nicht möglich.

"Da wird gemauert und gemauschelt", vermutet Hartmut Kenneweg. "Schon beim Verkauf hat der Senat Volksvermögen verschleudert. Der schützt die Investoren mehr als die Natur, die alle nutzen können."

Natur erhalten - das wollte auch das Bezirksamt. "Der Senat gab zuerst die Kosten zur Teufelsberg-Renaturierung mit 20-30 Millionen Mark an", sagte Straßmeir. "Tatsächlich waren es nur sechs Millionen. Seit das Bezirksamt gegen die Investor-Pläne ist, hat der Senat uns Vorhaben- und Erschließungspläne entzogen. Das war schon ein fragwürdiges Mittel." dit


Berliner Kurier, 06. November 1997