Auch Bundeskanzler Kohl schätzt den Jung-Unternehmen lm November nahm er Windhorst auf seine Chinareise mit.
"Wenn du jetzt abgehst, wirst du das noch bitter bereuen", hatte Ursula Windhorst ihren Sohn eindringlich gewarnt. Doch Lars hatte keinen Bock mehr auf Schule. Der damals 16jährige verließ das Gymnasium in der 11. Klasse und machte lieber eine eigene Computerfirma auf. "Ich hatte ja schon vorher damit angefangen", erzählt Lars Windhorst heute, "das ging nun mal zu Lasten der Schule. Ich mußte mich also entscheiden-Schule oder Geschäft." Er entschied sich für die zweite Möglichkeit. Das war vor drei Jahren. Heute ist Windhorst, Sohn einer Realschullehrerin und eines Schreibwarenhändlers aus dem westfälischen Rahden, 19 Jahre alt - und Millionär. Schulabbrecher Windhorst jettet zwischen seinen Büros in Hongkong (40 000 Mark Monatsmiete) und Rahden hin und her, importiert Computer-Zubehör und Rohstoffe wie Litium oder Wolfram aus Fernost und verkauft Schmierstoffe und anderes, was man in Fernost so braucht, nach China. Innerhalb kürzester Zeit baute er so ein Imperium aus einem guten Dutzend Firmen auf, beschäftigt Über 200 Angestellte und macht einen Umsatz von knapp 250 Millionen Mark pro Jahr. Seine nächsten Projekte: In Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, soll schon in den nächsten Wochen der Grundstein für den "Windhorst-Tower" gelegt werden, einen 55stöckigen Wolkenkratzer für 125 Millionen Dollar. Für den deutschen (und den europäischen) Markt plant Windhorst den "Windhorst-PC" , eine Art Volkscomputer, der benutzerfreundlicher als alles bisher Dagewesene und äußerst preiswert sein soll. Erfolgsaussichten: Sehr gut. Denn (fast) alles, was das Rahdener Wirtschafts-Wunderkind mit dem sechsten Sinn für gute Geschäfte anpackt, wird ein Erfolg. Sein Erfolgsrezept sieht Windhorst nach eigenen Worten in seinen Haupteigenschaften: "Schnelligkeit, Offenheit, Optimismus und Unbefangenheit." Auf Erfahrung, findet Windhorst, kann man notfalls verzichten. Sein Credo: "Heute ist es wichtiger zu wissen, was in einem Jahr kommt, als zu wissen, was vor zehn Jahren war." Deshalb studiert Windhorst täglich mehrere Zeitungen, besucht Seminare und liest jede Woche ein Buch (zum Beispiel "Konfuzius und die Marktwirtschaft"). Entdeckt hatte er die Marktwirtschaft bereits mit 14 Jahren, als er eine erste Karriere als Elektronik-Händler startete. Schnell hatte er einen Stamm von 30 Kunden aufgebaut, die über ihn neueste Computertechnik aus Fernost bezogen. Bei seinen Geschäftsterminen, zu denen Windhorst mangels Führerschein zunächst noch per Moped, Bus und Bahn reiste, lernte er hald Mellon Zhang kennen, heute sein wichtigster Geschäftspartner. Der mittlerweile 30jährige Chinese war gutbezahlter Vertriebsleiter einer Fernost-Firma in Düsseldorf. Als ihn Lars Windhorst eines Tages anrief, um ihn abzuwerben, hielt Zhang das zunächst für einen Witz. "Kein Wunder. Ich warja erst 16." Doch schon kurz darauf gründeten sie die "Windhorst Investment Hongkong Limited", "um ein Bein im chinesichen Markt zu haben". Parallel büffelte Windhorst, der in der Schule immer eher mittelmäßig in Fremdsprachen war, mit der Frau seines Partners Zhang Chinesisch. "Wer auf Dolmetscher angewiesen ist, bekommt keinen persönlichen Draht zu seinem Geschäftspartner. Der aber ist in China besonders wichtig." ka
Lars Windhorst (kl. F) ist ein Naturtalent: Mit acht Jahren entwickelte er flüssige Zahnpasta (sein einziger Flop). Heute residiert er für 40000 Mark Miete in Hongkong.