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Käufern überteuerte Immobilien vermittelt

Käufern überteuerte Immobilien vermittelt
Wegen der Vermittlung von sogenannten Schrottimmobilien muessen sich ein 30-jaehriger Immobilienmakler und acht seiner Mitarbeiter seit Freitag vor dem Landgericht Berlin verantworten. © dapd
Berlin (dapd-bln). Wegen der Vermittlung von sogenannten Schrottimmobilien müssen sich ein 30-jähriger Immobilienmakler und acht seiner Mitarbeiter seit Freitag vor dem Landgericht Berlin verantworten. Ihnen wird bandenmäßiger Betrug und Untreue vorgeworfen. Die Bande soll im Jahr 2008 an zehn Ehepaare völlig überteuerte Immobilen vermittelt haben, um die Provisionen zu kassieren.
Den unerfahrenen Käufern wurden die Wohnungen laut Anklage als Steuersparmodell angeboten. Dabei wurden völlig unrealistische Angaben zu Mieterträgen oder dem Eigenanteil gemacht. Der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt. Vor Gericht wollten sich die Angeklagten am Freitag zunächst nicht dazu äußern.
Hauptangeklagter im Prozess ist ein 30-jähriger Immobilienmakler. Mit einem unübersichtlichen Firmengeflecht soll er die Voraussetzungen für die betrügerischen Aktivitäten der Bande geschaffen haben. Er selbst soll zuvor die Immobilien erworben haben, die später von den anderen Angeklagten völlig überteuert und unter falschen Vorgaben an Käufer vermittelt wurden. Die 29- bis 53-jährigen Angeklagten, darunter eine Frau, sollen bei Vor- oder Beratungsgesprächen oder als Notarbegleiter eingesetzt worden sein oder mussten Termine mit den Käufern vereinbaren und Unterlagen einholen.
Der Anklage zufolge wurden die Betroffenen anfangs per Telefon kontaktiert und mit dem Steuersparmodell angelockt. In den Beratungsgesprächen sollen die Angeklagten dann bewusst über Lage, Größe oder Zustand der Kaufobjekte getäuscht worden sein. Zudem seien ihnen unerreichbare Renditen versprochen worden. Den Käufern wurde den Angaben zufolge aber verschwiegen, dass zwischen 27 und 35 Prozent Provision im Kaufpreise enthalten waren. Die Interessenten seien oftmals nach so einem Gespräch gleich zum Notar gebracht worden, um verbindliche Kaufangebote beurkunden zu lassen.
Die Angeklagten sollen allerdings nicht nur Anleger, sondern auch Banken um 640.000 Euro geschädigt haben. Mit gefälschten Gehaltsbescheinigungen und Kontoauszügen seien Darlehenszusagen für Wohnungskäufer ergaunert worden, um Provisionen zu kassieren. Der Anklage nach kam keiner der Darlehensnehmer den Zahlungsverpflichtungen nach, sodass die Kreditverträge gekündigt und die Immobilien zwangsversteigert werden mussten. Der Prozess wird am 15. Februar fortgesetzt.
dapd
Quelle: dapd
(Bilder: facebook; matrix club & event gmbh; Hilde Vanstraelen/ www.sxc.hu ; www.d-c-fix.de  ; dpa)

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