Beatrix von Storch (AfD)
Die Berliner AfD-Chefin Beatrix von Storch. Foto: Julian Stratenschulte/Archiv dpa

AfD schießt sich mit Schußabsichten an deutschen Grenzen ins rechte Abseits

Stichworte: Flüchtlinge Migration Politik

Die Berliner AfD-Chefin Beatrix von Storch findet es grundsätzlich richtig, auch Frauen mit Kindern notfalls mit Waffengewalt am Grenzübertritt zu hindern. Dies stieß auf harsche Kritik von vielen Seiten.

Auf ihrer Facebook-Seite bejahte sie die entsprechende Frage eines Users. Nach einer Flut kritischer Kommentare erklärte sie später: «Ich bin grundsätzlich gegen Gewalt gegen Kinder, das umfasst auch den Einsatz von Schusswaffen gegen minderjährige Migranten durch die Polizei.»

Storch, die auch stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende und Europaabgeordnete ist, hatte am Samstag auf ihrer Facebookseite auf die umstrittenen Aussagen der AfD-Bundesvorsitzenden Frauke Petry verwiesen. Diese hatte in einem Interview des «Mannheimer Morgen» den Einsatz von Schusswaffen bei Grenzkontrollen gefordert, um illegale Grenzübertritte zu verhindern.

Ein Kommentator fragte von Storch über das Netzwerk: «Wollt Ihr etwa Frauen mit Kindern an der grünen Wiese den Zutritt mit Waffengewalt verhindern?», was Storch knapp mit «Ja» beantwortete.

Staatssekretär Renner gibt sich bitter ironisch

Am Sonntag schrieb sie: «Gewalt ist immer das allerletzte Mittel.» Sie betonte: «Wir haben keine Forderungen aufgestellt, sondern die Rechtslage referiert. ... Nach meiner Meinung soll der Bundespolizeipräsident die Grenzpolizei personell in einer Weise aufstellen, die jeden Schusswaffeneinsatz - auch gegen erwachsene Migranten - höchst unwahrscheinlich macht.»

Als einer von vielen Empörten meldete sich unter anderem Staatssekretär für kulturelle Angelegenheiten Tim Renner mokierend zu Wort: "Ach so, wenn man nur auf Frauen schießt ist die AfD wieder wählbar? Wenn stimmt, dass diese Partei jeder fünfte männliche Wähler bevorzugt muss ich eingestehen, dass die Einführung des Männerwahlrechts ein historischer Fehler war..."

Letzte Änderung: Sonntag, 31. Januar 2016 21:37 Uhr
Quelle: dpa

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